"Ein Tumor ist immer nur ein Symptom"

Lothar Hirneise, Präsident von Menschen gegen Krebs e.V., im Gespräch mit "Innenweltreisen"

Die Beurteilung der Krebserkrankung und der daraus resultierende therapeutische Umgang ist in unserer Gesellschaft nach wie vor federführend durch den schulmedizinischen Ansatz geprägt. Nach intensivster Auseinandersetzung über die mit der Erkrankung einhergehenden zellulären Vorgänge sowie deren Kopplung an die Psyche des Menschen kommt Lothar Hirneise zu einer völligen Neubewertung des Krankheitsgeschehens. Auf der Grundlage harter Fakten und mithilfe eines logischen Umkehrschlusses zeigt er in der Konsequenz eine neue Form der therapeutischen Bewältigung auf, die jedem Krebskranken die Perspektive der Genesung eröffnet. Bei einem Besuch im Synergetik Therapie Zentrum stellte er "Innenweltreisen" sein Konzept vor.

 

Wie kam es zu der Gründung Ihrer Organisation „Menschen gegen Krebs e.V.“?

Ein Freund von mir hatte Hodenkrebs und ich habe mich umgeschaut, ob es noch etwas anderes als Chemotherapie gibt, denn es ging ihm immer schlechter. Zu diesem Zeitpunkt habe ich Lynne McTaggart kennengelernt, die Autorin des Buches „Was Ärzte Ihnen nicht erzählen“. Sie ist Engländerin und gibt seit 10 Jahren monatlich ein newsletter mit Informationen über alternative Therapien heraus. Ich muss dazu sagen, dass ich von Haus aus ein analytisch denkender Mensch war, d.h. die sog. Esoterikszene war überhaupt nicht meine Welt und dennoch – ich konnte sehen, dass meinem Freund die Chemotherapie nicht half und daher habe ich mich mit ihr in Verbindung gesetzt. Sie teilte mir dann mit, dass Frank Wiewel, der Präsident der amerikanischen Organisation „people against cancer“, die seit 1985 alternative Krebsforschung betreibt, nach London kommen würde. Also bin ich nach London geflogen und an diesem Wochenende starb mein Freund.
Ich war also in London gemeinsam mit meinem besten Freund und unserem Vizevorstand Klaus Pertl auf dieser Konferenz für alternative Krebstherapien (Anfang 1997). Wir trafen hier mit all diesen für uns „esoterischen Spinnern“ zusammen, die erzählten, dass Chemotherapie und Bestrahlung gar nicht wie behauptet funktionieren. Aber es gäbe auf der ganzen Welt erfolgreiche Krebstherapien, die aus politischen Gründen oder welchen Gründen auch immer permanent unterdrückt würden. Wir haben uns das alles angehört und da unser Freund gestorben war, war das Thema erst einmal ein bisschen erledigt.
Zwei, drei Monate später haben wir uns unterhalten und wir stellten uns beide die Frage: „Kann das denn sein, was die Ärzte da alles erzählt haben?

Das sind immerhin Ärzte aus der ganzen Welt und keine „esoterischen Spinner“, das sind ganz normale Leute gewesen und beide Richtungen können ja nicht recht haben!“ Aufgrund der Tatsache, dass ich gerade Zeit und Geld hatte, sagte ich zu ihm: „Lass uns doch mal dort hinreisen, wo diese Ärzte ihre Kliniken haben und lass uns das an-schauen“.
Wir sind dann zuerst auf die Bahamas geflogen zu der IAT-Klinik (Immuno Augmentative Therapy) und dann nach Mexiko. Dort gibt es die meisten alternativen Krebskliniken, und zwar aus folgendem Grund: die us-amerikanische FDA, die „Food and Drug Administration“ verbietet im Grunde genommen alle alternativen Therapien in Amerika. Deshalb bauen die meisten Amerikaner ihre Krebskliniken in Tijuana auf der mexikanischen Seite von San Diego. Dort gibt es über 100 Krebskliniken in einer einzigen Stadt. Also es ist phänomenal und wir haben verschiedenste Einrichtungen dort besucht, sind danach in Amerika an verschiedenen Plätzen gewesen und haben uns in Iowa mit Frank Wiewel in seiner Geschäftsstelle getroffen.
Wir haben uns informiert, wie er mit Leuten redet, was er macht und er hat uns dann versprochen, all sein gesammeltes Wissen zur Verfügung zu stellen, wir müssten es nur ins Deutsche übersetzen. Zwischenzeitlich waren wir überzeugt, denn wir hatten Patienten interviewt, Dokumente angeschaut und mit den Ärzten gesprochen. Wir haben uns wirklich Mühe gemacht und wir waren davon überzeugt, dieses Wissen sollte weitergegeben werden.
Als nächsten Schritt haben wir die ganzen Arbeiten von Frank Wiewel übersetzt und die Idee war, einen Verein zu gründen und dieses Wissen von „people against cancer“ weiterzugeben. Dass daraus nach ein paar Monaten ein fulltime job für mich werden würde, war eigentlich nicht meine Grundidee. Aber ich habe mich immer tiefer in die Materie eingearbeitet und dann auch begonnen, in Deutschland bzw. in Europa Krebskliniken zu besuchen, mit den Ärzten zu sprechen. Es war eine intensive Auseinandersetzung mit den Theorien und derFrage: „Was ist denn Krebs überhaupt?“.
Unsere Organisation wächst seitdem, wir werden jedes Jahr größer, bekannter und versuchen aufzuklären und Fälle klassisch, d.h. mit Pathologiebericht und Verlaufsprotokoll, zu dokumentieren. Der große Unterschied liegt darin, dass wir hauptsächlich die Patient/innen und nicht die Ärzteschaft befragen. Anfänglich habe ich auch den Fehler gemacht, mich hauptsächlich mit den Ärzten zu unterhalten. Zwar habe ich die Patient/innen gefragt: „Wie geht es Ihnen und stimmt das denn, was der Arzt gesagt hat?“, aber niemals gefragt: „Was haben Sie eigentlich getan, was glauben Sie, wa-rum sind Sie gesund geworden? Welche Lebensänderungen haben Sie unternommen?“ Ich bin auch davon ausgegangen, dass Krebs in der Hauptsache die physische und nicht die psychische Ebene betrifft. Heute bin ich exakt anderer Meinung in diesem Bereich.

Was genau ist heute Ihre Sichtweise von Krebs?

Am besten beschreibe ich den ganzen Weg, der mich zu meiner heutigen Sichtweise geführt hat. Die größte He-rausforderung für mich lag in folgendem: ich habe mich einerseits mit der Schulmedizin beschäftigt, also mit der Gentheorie. Hier sind die Gene, man kann unter dem Mikroskop die Gen-Änderungen, die Strukturen definitiv erkennen, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Auf der anderen Seite habe ich dann angefangen, mich mit der Neuen Medizin von Dr. Hamer zu beschäftigen, die wiederum sagt, dass Krebs überhaupt nichts mit den Genen zu tun hat. Ich konnte diese Positionen nicht in Übereinstimmung bringen, das waren für mich Gegensätze. An dieser Frage habe ich jahrelang gearbeitet und heute kann ich sagen: Gentheorie und Neue Medizin schließen sich gegenseitig überhaupt nicht aus. Ich will versuchen, das zu erläutern.
Krebs entsteht grundsätzlich durch eine Stress-Situation und der Zelle ist es absolut egal, woher der Stress kommt. Der Stress kann z.B. durch eine Strahlung entstehen - angenommen ich habe in Tschernobyl gewohnt, dann haben meine Zellen echten Stress. Angenommen ich bin Funker bei der Bundeswehr, dann haben meine Zellen definitiven Stress, aus dem sich Krebs entwickeln kann. Angenommen ich bin 50 kg zu dick, dann haben meine Zellen echten Stress. All diese Beispiele zeigen, dass auf einer rein physiologischen Ebene Krebs entstehen kann. Die meisten Krebs- arten entstehen aber ganz klar auf der psychologischen Ebene durch Konflikte, die aber in der Zelle im Grunde genommen die gleichen Stress-Situationen auslösen. Betrachten wir es rein physiologisch, dann senkt sich die Zellmembran-Spannung, die normal bei 70 bis 100 Millivolt liegt, auf einen Wert von mindestens unter 40, wahrscheinlich noch unter 20 Millivolt.
Wenn die Zelle einem solchen Stress ausgesetzt ist, passieren bestimmte Prozesse. Die Zelle lässt z.B. keinen Sauerstoff mehr rein, also muss die Krebszelle jetzt alles tun, um zu überleben. Wie überlebt sie? Sie überlebt, indem sie anfängt zu gären. Gären bedeutet im Grunde genommen, die Zelle produziert nur noch zwei ATP-Einheiten (Adenosintriphosphat) Energie, aber ohne Sauerstoff. Das macht aber die Krebszelle so gefährlich weil sie dadurch nicht mehr stirbt, die Krebszelle lebt ewig.

Die Zellen, die man im heute im Labor benützt, die sog. Hela-Zellen, wurden einer Frau in den fünfziger Jahren entnommen. Also seit 50 Jahren leben diese Zellen. Ein Tumor bringt demzufolge weniger das Problem eines schnellen Wachstums mit sich. Vielmehr zeigt sich, dass diese Krebszelle einfach nicht mehr stirbt und die Kommunikation mit den anderen Zellen aufgibt. Sie hält die Grenzen nicht mehr ein, wächst in andere Organe rein und durchbricht damit die natürlichen Grenzen im Körper, weil die Zelle nicht mehr kommunikationsfähig ist.
Ein weiterer Faktor, der zu berücksichtigen ist, wurde von Dr. Fryda in ihrer sog. Adrenalintheorie nachgewiesen und besagt folgendes: eine Zelle, die Stress hat, bekommt zu viel Zucker. In einer Stress-Situation verbraucht der Mensch Adrenalin: egal ob ich aufgeregt bin, gemobbt werde oder mich schlecht ernähre - in der Zelle geschieht immer das gleiche: der Körper verbraucht Adrenalin. Die Annahme, dass ein stressgeplagter Mensch viel Adrenalin im Blut hat, stimmt leider nur am Anfang.
Die meisten Menschen haben nämlich wochenlang Stress, die werden wo-chenlang gemobbt und die haben wochenlang einen schwierigen Ehepartner. Und hier setzt die Problematik ein: wenn man bei einem Krebskranken den Adrenalinspiegel im Urin misst, dann stellt sich heraus, dass fast kein Adrenalin im Körper ist. Und wenn ich kein Adrenalin im Körper habe, kommt der große Gegenspieler Insulin. Insulin bringt Zucker in die Zelle rein, Adrenalin bringt den Zucker raus. Jetzt habe ich Stress – physischen oder psychischen Stress – und das heißt, mein Adrenalin ist ziemlich aufgebraucht. Aber das Insulin ist immer noch da. Jetzt bringt das Insulin den Zucker in die Zelle rein. Was macht die Zelle jetzt? Zucker ist eine tödliche Waffe, zuviel Zucker bringt Zellen um, also muss die Zelle diesen Zucker loswerden.
Und sie hat im Grunde genommen zwei Möglichkeiten, diesen Zucker loszuwerden. Die allerbeste Chance ist eine Gärung, denn dieser Prozess verbraucht extrem viel Zucker – man denke z.B. an die Herstellung von Sauerkraut oder Alkohol. Die zweite Möglichkeit ist die Zellteilung, denn auch dabei wird viel Zucker verbraucht. Deshalb ist ein Tumor nichts anderes als die logische Folgerung von physischem oder psychischem Stress. Die Stressreduktion steht daher logischerweise immer am Beginn einer Krebstherapie. Und jetzt kommt es noch darauf an: also was ist Krebs?
Krebs ist zuerst einmal eine Störung der Energieproduktion in den Mito-chondrien. Wie diese biochemisch entsteht, ist meiner Meinung nach zweitrangig. Natürlich kann man tiefer in die Mitochondrien reingehen und den ganzen Zitronesäure-Zyklus anschauen, was viele Biochemiker machen, aber das halte ich bei den meisten Krebspatienten für gar nicht für so wichtig.
In jedem Fall ist Krebs ein Energieproblem und dieses Energieproblem muss ich lösen. Und hier erklärt sich auch, warum sowohl Dr. Hamer als auch die Schulmedizin recht haben und was ich viele Jahre nicht verstanden habe: In diesem Gärungsprozess entstehen Gen-Änderungen. Wenn ein Pathologe die Zelle jetzt unter dem Mikroskop anschaut, dann stellt er eine sog. Entdifferenzierung fest, d.h. die Krebszelle sieht total anders aus als eine gesunde Zelle und auch die Gene zeigen ein völlig anderes Bild.
In der Konsequenz heißt das, dass alle recht haben: nur die Schulmedizin macht einen Denkfehler, indem sie sagt, das Ergebnis eines Krebsprozesses sei die Ursache. In anderen Worten: es sei zuerst die Gen-Änderung da und dann entstünde dadurch ein Tumor und das stimmt einfach nicht. Die eben genannten Schritte lassen sich im Labor relativ einfach nachweisen. Man entzieht den Zellen Sauerstoff und bestimmte Enzyme. Daraufhin geraten diese Zellen in Stress, die Zellmembran ändert sich und erst dann verändern sich die Gene. Sie werden im Labor nie einen Umkehrprozess antreffen.
Von einem nachweisbaren Standpunkt, von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus ist es relativ einfach zu beweisen, dass Krebs kein Genproblem ist. Und es ist für mich absolut unverständlich, dass diese These immer noch an allen Universitäten gelehrt wird. Was ist Krebs also: Krebs ist ganz klar ein Stressgeschehen für die Zelle, das physisch oder psychisch hervorgerufen wird. Und an diesem Punkt muss man auch ansetzen. Da in den meisten Fällen eine psychische Situation ausschlag-gebend ist, muss logischerweise zuerst die Psyche bei jedem Krebskranken angeschaut werden, d.h. Konfliktlösung als Oberbegriff. Aber man darf nicht vergessen: es gibt viele physische Dinge, die den Prozess genauso ins Rennen bringen können oder aber den psychischen Prozess extrem unterstützen.

Müsste eine Therapie demzufolge die Kombination beider Ansätze in sich tragen?

Dr. Hamer sagt, ich kann rauchen, ich kann mich schlecht ernähren, das ist gar nicht wichtig. Ich vertrete eine andere Ansicht und möchte das an einem Beispiel erklären. Nach Dr. Hamer ist z.B. ein Lungentumor ein Todesangstkonflikt. Ich muss also nur einmal ausrutschen, ins Wasser fallen und viel Wasser schlucken, dann habe ich auch einen kurzen Todesangstkonflikt, denn ich könnte ertrinken. Wenn ich eine gesunde Lunge habe wird sich dieser Todesangstkonflikt in Form eines Tumors gar nicht manifestieren können, weil die Lunge sich relativ schnell regeneriert. Wenn dasselbe aber einem 40-jährigen Raucher, der 25 Jahre Zigaretten inhaliert hat, widerfährt, dann kann es sein, er stirbt mit diesem Tumor, weil die Zellen, die sich aufgrund des Konfliktes verändern, nicht mehr in der Lage sind, sich richtig zu regenerieren.
Deshalb gehe ich zwar mit Dr. Hamer 100% konform bezüglich des Konflikts, aber den Körper hier zu vergessen, stimmt nicht. Ein Mensch, der sich körperlich schwer schädigt, hat - wenn er den Konflikt dann bekommt - viel weniger Chancen, gesund zu werden als jemand, der körperlich gesund ist. Also deshalb darf man das nicht vergessen. Und dann ist ganz klar, unsere Zellen können und müssen sich logischerweise von dem Konflikt regenerieren. Jetzt ist es oftmals „nur“ ein Zeitfaktor. Wenn die Leute nur warten könnten, es gäbe ganz viele Tumore, die von alleine weggehen würden. Blutbilder würden sich wieder ganz normalisieren. Aber weder Patienten noch Ärzte können warten. Warten ist keine Therapie mehr, die funktioniert, weil es die Leute einfach nicht aushalten. Das liegt einfach an diesem angstmachenden Bild, das von Krebs gezeichnet wird
Ich persönlich denke, wir müssen in Krebs etwas Dankbares sehen. Für mich lautet der Oberbegriff: „Evolution hat recht!“ Die Evolution hat recht, weil wir alle würden doch heute nicht hier am Tisch sitzen und Spaß in unserem Leben ha-ben, wenn die Evolution nicht so etwas Phantastisches wie unseren Körper und unseren Geist hervorgebracht hätte.
Das heißt, die Evolution muss recht haben und ich glaube nicht, dass die Evolution so extreme Fehler macht wie Tumore. Ein Tumor kann kein Fehler sein, denn ein Tumor ist etwas 100%-tig Sinnvolles. Und würden die Menschen, wenn der Arzt sagt: „Sie haben einen Tumor“, würden die alle sagen: „Habe ich ein Glück, dass ich einen Tumor habe, denn mein Körper hat einen Weg gefunden, um mit dem Konflikt, mit dem physischen oder psychischen Konflikt umzugehen“ dann würde ich einfach behaupten, dass fast niemand mehr an Krebs sterben würde. Aber wir alle wissen natürlich, wie weit wir von dem Punkt weg sind.
Ich sage umgekehrt immer: „Lassen sie uns doch mal Symptome anschauen, was wäre, wenn wir diese Symptome nicht hätten? Z.B. ist Fieber gut oder nicht? Natürlich ist Fieber gut! Ist es gut oder schlecht keinen Hunger zu haben, wenn man krank ist? Es ist phantastisch gut, dass man keine Nahrung zu sich nimmt, wenn der Körper viele Bakterien und Viren in sich hat. Also Symptome sind zuerst eine Selbstregulation des Körpers, die positiv zu bewerten ist. Die Symptome werden aber in unserer Gesellschaft fast nur noch negativ bewertet. Und ein Tumor ist keine Ausnahme in der Symptomatik. Einen Tumor muss man demzufolge zuerst symptomatisch positiv bewerten, weil was würde geschehen, wenn ein Mensch keinen Tumor entwickeln könnte? Wir hätten zuviel Zucker im Körper, wir würden blind werden, Viren würden leichter überleben, unsere ganzen Gefäße – wir würden sterben an der Zuckerkrankheit und zwar lange, lange vorher. Der Körper zeigt uns also über den Tumor: „Du hast hier ein Problem, löse dieses Problem!“ Ob das jetzt physisch oder psychisch oder seelisch begründet ist, das sei dahingestellt, denn es ist die Aufgabe des Therapeuten, das herauszufinden. Aber über einen Tumor sollte jeder dankbar sein, denn der Körper hat einen Weg gefunden, mit einem viel größeren Problem umzugehen.


Ihre Arbeit geht demzufolge sehr in Richtung Aufklärung darüber, dass Krebs auch anders verstanden werden kann?


Absolut. Eine meiner ersten Fragen ist immer: „Verstehen Sie, dass Ihr Tumor nur ein Symptom ist?“ Für uns, die wir uns mit der Materie schon länger beschäftigen, klingt das fast normal. Am Telefon höre ich meistens: „Wie meinen Sie das?“ Die wenigsten sagen mir auf diese Frage: „Ja klar, hab ich schon verstanden“. Die meisten Menschen wissen nicht, dass ein Tumor nur ein Symptom ist. Und Schulmediziner, in anderen Worten die Spezialisten, die wissen das überhaupt gar nicht.
Obwohl ich dazu auch sagen muss – es sind nur die jungen Ärzte, die Probleme damit haben. Mit älteren Ärzten habe ich nie Probleme, die akzeptieren mich genauso wie ich sie akzeptiere. Es sind die jungen Ärzte, die Probleme mit mir haben und ich mit ihnen. Die älteren Ärzte, die schon 5000 Krebspatienten haben sterben sehen, die wissen doch, dass eine Tumorzerstörung gar nicht so wichtig ist. Und ich empfehle den Leuten immer, den Tumor erst mal in Ruhe zu lassen, ihn nicht zu zerstören, denn ein Tumor hat viele Vorteile.

Erstens ist ein Tumor eine „Entgiftungsfabrik“. Man muss wissen, dass eine Tumorzelle bis zum 80-fachen einer normalen Zelle an Giftstoffen verarbeitet. Dr. Cousmine hat viele Arbeiten darüber gemacht, dass Sie unter Laborbedingungen im Verhältnis zu einer gesunden Zelle sogar bis zum 200-fachen des Giftstoffes benötigen, um eine Krebszelle zu zerstören. Nur die Leberzellen können annähernd so gut mit Giftstoffen umgehen.
In ganz vielen Fällen sind Tumore vom Körper nur deshalb entwickelt worden, weil es Giftprobleme irgendeiner Art gibt. Wir wundern uns immer, dass es mehr Krebsfälle gibt – aber wir haben immer mehr Stress und wir haben immer mehr Umweltgifte. Und diese zwei Punkte bringen logischerweise ganz viel mehr Erkrankungen. Den Tumor sollten wir unbedingt erst mal drinlassen, denn wenn ich ihn herausschneide, nehme ich meinem Körper eine Entgiftungsfabrik weg – das ist schon mal ganz schlecht.
Der zweite wichtige Grund lautet: am Tumor kann ich messen, wie gut meine Therapie ist. Wenn ich den Tumor herausschneide, hat sich im Körper nichts geändert. Der Patient kann vielleicht besser schlafen, weil er glaubt, dass sein Krebsproblem jetzt gelöst sei. Aber wie wir mittlerweile wissen, ist es logischerweise 100%-tig nicht gelöst. Wenn ich den Tumor drinlasse, hat der Körper eine bessere Entgiftungsmöglichkeit und ich als Therapeut kann überprüfen wie gut meine Therapie wirkt. Der Tumor sollte nur zu Beginn noch weiterwachsen, aber dann sollte er irgendwann aufhören zu wachsen und noch besser wäre es, wenn er nach einem Jahr oder zwei wieder weggeht. Und ich sage bewusst nach einem Jahr oder zwei, weil viele Leute sagen ja, wann greift denn das, was sie da sagen? Dann sage ich immer: ein Jahr oder zwei, dann sind die zuerst mal schockiert. Dann frage ich immer: welche Probleme macht denn der Tumor: spüren sie ihn, drückt er, sieht er unschön aus?
Nein – Tumore machen doch meistens überhaupt keine Probleme. Bei den wenigsten Menschen macht der Schmerzen, die meisten sehen ihn nicht einmal und ganz viele spüren ihn auch noch nicht mal, höchstens so ganz leicht, aber nicht im Sinne von Spüren, dass es ein Problem darstellt. Deshalb sage ich immer: „Lassen sie ihn drin, wenn sie gesund werden, geht doch der Tumor mit. Die Gesundheit wird automatisch dafür sorgen, dass der Tumor weggeht“.Viele Menschen wissen nicht, dass manche Zellen wie diejenigen der Lunge, Zellteilungsraten von 120 Tagen haben. D.h. wenn ich einen Tumor in der Lunge habe, dann geht der nicht in ein paar Tagen weg, die Zellen müssen sich doch mehrmals teilen, bis der Tumor weggeht. Und deshalb ist es einfach ein Prozess, der über viele Monate, wenn nicht gar Jahre gehen kann. Im Darm und auf der Haut, wo die Zellen sich schneller teilen, da sollte er nach ein paar Monaten weg sein. Aber gerade bei der Lunge, bei Pankreas und Leber ist es durchaus üblich, dass es Monate wenn nicht Jahre dauert. Daher sage ich immer: „Ihr Tumor ist nicht ihr Problem“.
Das Problem mit dem Tumor ist vielmehr, dass er die ganze Energie raubt und die Leute sterben an Kachexie, denn der ganze Zucker wird geraubt. Der Tumor selbst kann logischerweise nicht mehr viel Energie produzieren, muss aber gleichzeitig 18 mal so viel Zucker aufnehmen wie eine gesunde Zelle.
Eine normale Zelle produziert ungefähr pro Nahrungseinheit 36 Moleküle ATP (Adenosintriphosphat) und damit Energie. Eine Krebszelle produziert nur 2 ATP-Einheiten und daraus erklärt sich die 18-fache Menge Zucker, die eine Krebszelle zu sich nimmt. Wenn Zucker der Hauptenergielieferant des Körpers ist und eine Krebszelle bzw. ein kleiner Tumor den ganzen Zucker rausnimmt, werden wir immer schwächer, denn die gesunden Zellen haben immer weniger Energie zur Verfügung – das sieht man ja auch bei Krebspatienten mit Metastasen, die immer müder und schwächer werden. Und deshalb ist der Energieausgleich das zuerst mal primär wichtigste.

Auf welchem Weg können Sie einen solchen Energieausgleich erreichen?

Auf drei Wegen mache ich das: der erste ist energetisch hochwertige Nahrung. Ich bevorzuge die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Budwig, da sie relativ einfach zu machen ist, aber es kann auch Richtung Rohkost gehen, es kann in Richtung frisch gepresste Säfte gehen. Wichtig ist, dass es keine großartig verarbeitete Nahrung sein darf. Und es ist auch ein großer Unterschied, wo der Brokkoli herkommt: ist es ein Bio-
land-Demeter Brokkoli oder ist es ein anderer? Das ist für einen Krebskranken vielleicht lebensentscheidend. Das ist die erste Möglichkeit: ich muss das Energiedefizit durch Nahrung, die für mich nichts anderes als Licht ist, ausgleichen.
Ein zweites Standbein ist das Tageslicht – das wird komplett vergessen – Menschen leben in ihren Häusern und sterben daran. Unsere Zellen können Licht speichern und wir müssen einfach ins Tageslicht und das ist nicht zu verwechseln mit der Sonne. Sonne ist in einem bestimmten Maß auch gut, aber das wichtigste ist das Tageslicht und zwar unabhängig vom Wetter. Draußen kann das schlechteste Wetter sein, trotzdem müssen Krebskranke rausgehen.
Der dritte Faktor sind Öle. Ich empfehle die sog. Elektronendifferenzierungsöle, das ist eine bestimmt Mischung, die Frau Dr. Budwig erfunden hat. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Öle von Sonnenblumen, Leinöl und Leinsamen. Man schmiert den ganzen Körper damit ein. In den Samen ist extrem viel Licht gespeichert und bleibt beim Auspressen des Öls erhalten. Die Haut kann es dann aufnehmen.
Ein klassischer Ablauf wäre morgens nach dem Aufwachen den ganzen Körper mit Öl einzureiben, ein Glas Sauerkrautsaft zu trinken (dazu gleich mehr) und das Ganze 20 Minuten wirken zu lassen. Die Energie ist jetzt im Körper und soll hier zirkulieren. Nach den Visualisierungs- und Affirmationsübungen wird das Öl heiß abgeduscht, damit die Haut wieder besser atmen kann. Dann folgt eine kurze kalte Dusche, damit die Energie durch eine erhöhte Blutzirkulation in ihrer Arbeit unterstützt wird. Bei diesen Methoden handelt es sich um alte Geschichten, die nicht erst seit Kneipp bekannt sind. Wenn man die Geschichte der Medizin verfolgt, kann man bis ins alte Ägypten immer Öle finden, kann man immer Bäder finden usw. Das sind keine neuen Methoden, nur alte Methoden, die einfach vergessen werden.
Der vorhin erwähnte Sauerkrautsaft ist auch sehr wichtig. Tumore produzieren linksdrehende Milchsäure, die ihrerseits Schmerzen verursacht und sich ablagert. Linksdrehende Milchsäure ist vom Körper nicht einfach auszuscheiden. Sie kann nicht wie eine rechtsdrehende Milchsäure relativ leicht in Energie umgesetzt werden. Wenn man jetzt rechtsdrehende Milchsäure zu sich führt, bildet der Körper aus rechts- und linksdrehender Milchsäure ein sog. Razemat. Ungefähr 50 bis 60% eines Razemats kann vom Körper sofort in Energie umgesetzt werden. Rechtsdrehende Milchsäure kann fast zu 90 bis 100% umgesetzt werden. Aber ein Razemat kann immerhin zu 50% umgesetzt werden.
Wenn ich jetzt Sauerkrautsaft trinke, der extrem viel rechtsdrehende Milchsäure enthält, dann blockiere ich die linksdrehende Milchsäure, die der Tumor während des Schlafs gebildet hat. D.h. der Körper muss gar nicht so viel Milchsäure ablagern und die Teile der linksdrehenden Milchsäure, die sich mit der rechtsdrehenden verbinden, kann mein Körper sofort zu Energie umsetzen. Ich verhindere einerseits, dass viel im Zwischenzellgewebe abgelagert wird und andererseits bringt mir der Sauerkrautsaft die mehrfache Menge der Energie, die der Saft als solches liefert.
Diese drei Punkte: morgens die Öle einreiben und Sauerkrautsaft trinken, das Tageslicht und eine gesunde, frische, d.h. biologische Nahrung sehe ich als eine Einheit und die gleichen das Energiekonto aus. Und nur so kann man Menschen überhaupt oftmals zurückbringen auf ein geistiges Level, um mit ihnen therapeutisch zu arbeiten.
Krebs ist nach meinem Erkenntnisstand ein Energieproblem und ein Stressproblem und die zwei Punkte muss man anschauen und deshalb darf man auch nicht „nur psychologisch“ oder „nur physisch“ arbeiten, das ist meiner Ansicht nach ein 100%-tiger Fehler.


Welchen Stellenwert geben Sie der Synergetik-Therapie bei der Unterstützung eines an Krebs erkrankten Menschen?

Einen sehr großen. Doch bevor ich darauf genauer eingehe, muss ich sagen, dass ich mit ganz viel von dem, was Dr. Hamer in der Neuen Medizin gesagt hat, konform gehe. Wo ich nicht ganz übereinstimme, ist seine Einteilung in Konfliktgruppen, da habe ich ab und zu mein persönliches Problem und denke, dass diese Einteilung nicht immer so ist, wie ich sie sehe. Aber nichtsdestotrotz gehe ich mit Dr. Hamer absolut konform, dass ein Tumor nichts anderes als ein biologisches Selbsthilfeprogramm ist, das man unterstützen muss.
Und die Synergetik bietet die echten Praktiker - ich sage es hier ein wenig vereinfacht - die an die krankmachenden Anker gehen und über die Art der Synergetik die neuen Anker setzen. Die Synergetik kommt mir darüberhinaus in einem wesentlichen Bereich extrem entgegen: und das ist der Zeitfaktor.
Viele Krebskranke - vor allem wenn sie schon in einem kachektischen Stadium sind - haben einfach aus zwei Gründen keine Zeit. Manchmal haben sie aus körperlichen Gründen keine Zeit und manchmal haben sie aus Gründen der Angst keine Zeit. Allen Patienten wird soviel Angst gemacht, dass sie bald sterben müssen, dass die nicht mehr schlafen können, wenn der Tumor nicht bald weg ist. Ich selber komme aus der Psychoanalyse und weiß, dass auch durchaus mit der Psychoanalyse Krebspatienten behandelbar wären, aber die Psychoanalyse hat ein Riesen-Zeitproblem. Die kommt nicht so schnell an diese Kernpunkte. Und die Synergetik hat den Vorteil, dass sie
in wenigen Sitzungen die Kernproblematiken aufgreifen kann. Und sie bringt damit innerhalb weniger Tage, manchmal sogar innerhalb weniger Stun-
den den Selbstheilungsprozess, der ja blockiert ist, auf den Weg. Das finde ich wirklich außerordentlich an der Methode und deshalb ist es für mich absolut sträflich für fast alle Patienten, nicht Synergetik zu machen bzw. nicht Konfliktlösung zu machen.

Sehen Sie Zusammengehen von Schulmedizin und alternativen Methoden?

Für mich ist die Schulmedizin die Alternative, denn eigentlich gehören die Worte umgedreht: die Medizin, die heute alternativ benützt wird, ist die Medizin, die sich über Jahrtausende entwickelt hat und die Schulmedizin ist demzufolge die Alternative zur richtigen Medizin. Aber wir benützen sie jetzt so, wie sie im Sprachgebrauch genutzt werden. Ich habe früher versucht, Schulmediziner und Alternative an einen Tisch zu bringen. Ich musste allerdings schnell feststellen, dass es meine Naivität war, zu glauben, dass das funktioniert. Und dann habe ich versucht, wieder alternative Leute an einen Tisch zu bringen, aber ich habe rausgefunden, dass auch bei den Alternativen Geld und Ego-Befriedigung die Hauptrolle spielt. Und heute habe ich diese Versuche eher aufgegeben.Ich glaube vielmehr an die Revolutionsidee und wenn man in die Geschichte schaut, dauert eine Revolution immer zwischen 40 und 80 Jahre Vorbereitungszeit, soviel Zeit in der Geschichte haben Prozesse immer gebraucht, bis es zu einer Revolution kam. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass die 68er-Generation begonnen hat, ist es ja meine Chance, dass ich es noch erlebe, dass wirklich große Änderungen kommen und da wir jetzt auch im Wassermann-Zeitalter leben, das offiziell auch als das Zeitalter der Änderung gilt, ist meine Chance, dass sich etwas verändert und ich es noch erlebe, relativ groß.
„Ein Tumor ist immer nur ein Symptom“ das ist mein politischer Schritt, den ich vertrete. Wenn Menschen das verstehen, dann wissen sie auch, dass es keine Lösung ist, einen Tumor rauszuschneiden.
Ich habe schon den Eindruck, dass immer mehr Leute, die keine Chemotherapie mehr wollen, bei uns anrufen. Das ist der erste Schritt. Wir haben z.B. bei Mammakarzinom viele Frauen, die machen Chemotherapie und leben noch 5 Jahre. Wenn die Nachbarin diese Frau fragt; „Was hast Du damals gemacht, dass du heute noch lebst?“ wird sie antworten: „Ich habe mich operieren lassen und Chemotherapie gemacht“. Also mache ich das auch. Weil ich denke ja als Frau: sie hat das gemacht und überlebt, also war das gut.
99,9% der Bevölkerung stellt sich nicht die Frage: hat sie überlebt, obwohl sie Chemotherapie gemacht hat? Sie denken ja, sie hat überlebt, weil sie Chemotherapie gemacht hat. Wenn wir also mehr und mehr Menschen haben, die sich nicht operieren lassen, die keine Chemotherapie machen und in 5 Jahren auch noch leben, fragt die Nachbarin sie eines Tages auch: „Was hast Du gemacht?“ Und sie wird dann sagen: „Ich habe nichts gemacht oder ich habe mich scheiden lassen oder ich habe meine Ernährung umgestellt oder ich habe so was“.
Ich denke z.B. Dr. Pekar, er ist ein Arzt, er ist jetzt über 90 Jahre alt und ich war damals zu seinem 88. Geburtstag eingeladen. Er hat eine Rede gehalten und seinem Publikum folgendes erzählt: “Wissen Sie, ich bin jetzt seit 40 Jahren Landarzt in Bad Ischl in Österreich. Und zu mir kommen ganz viele „einfache Bäuerinnen“. Und wenn ich denen sage, geh nach Wien oder Salzburg ins Krankenhaus, dann antworten sie: „Da lebt keine mehr, da sterbe ich lieber“. Er sagte, jahrelang sei ihm aufgefallen, dass die Frauen nicht sterben und das sprach gegen alles, was er an der Universität gelernt hatte.
Er sagte: „Ich habe mich jahrelang vehement dafür eingesetzt, dass die Frauen nach Salzburg zum Operieren gehen“. Heute setzt er sich vehement dafür ein, dass sich alle Frauen mit Brustkrebs nicht operieren lassen. Und er ist immerhin ein Arzt, der fünfzig Jahre als Onkologe „an der Front“ wie es so schön heißt in seiner Praxis gearbeitet hat.
Ich bin über das logische Denken auf seine Schlussfolgerung gekommen. Aber Dr. Pekar ist einer der vielen Ärzte, die ich kennenlernen durfte, die mir in der Praxis zeigen, dass meine Überlegungen stimmen. Es ist einfach ein Irrtum, dass Menschen schnell an Tumoren streben.
Bei Hackethal habe ich z.B. Fälle gesucht und es gab eine Frau mit einem faustgroßen Melanom am Ohr. In jedem Lehrbuch können Sie nachlesen: Wenn ein Melanom nicht sofort operiert und bestrahlt wird, hat man eine Überlebenszeit von drei bis vier Monaten. Diese Frau hatte eine panische Angst vor Ärzten und ist nur aus diesem Grund nicht zum Arzt gegangen. Sieben Jahre lang hat sie das Melanom am Ohr gehabt und ist dann zu Hackethal nur aus einem Grund gekommen: das Melanom hatte angefangen zu bluten ihr Kopftuch war nach dem Einkauf immer durchgeblutet und da konnte sie nicht mehr.
Und deshalb sage ich immer dieses „Weil / Obwohl“, ich sage immer: „Sterben die Leute, obwohl sie das machen oder weil sie das machen?“ Oder denken Sie an die Hochburgen der Chemotherapie Leukämie bei Kindern. Wenn ein Kind überlebt war es dann die Chemotherapie. Stirbt es war es „weil der Krebs war stärker“. Niemand stellt die Frage: ist das Kind an der Chemotherapie gestorben? Die Frage dürfen sie ja als Arzt nicht aussprechen, wenn er das öffentlich täte, dann ist seine Karriere für immer kaputt. Denken tun das viele, aber aussprechen tun sie es nicht.
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: würde man den Menschen gar nicht sagen, dass sie Krebs haben, würden noch viel weniger sterben. Denn viele sterben an der Diagnose und viele sterben auch an der Nachsorge. Deshalb ist meine erste Frage immer: „Können Sie schlafen?“ Wenn er sagt: „Ja ich schlafe“, antworte ich: „Gehen Sie nicht zur Nachsorge, gehen Sie nicht zur Diagnose, Sie brauchen kein Röntgen, wenn Sie schlafen können, Finger weg!“ Sie können sich vorstellen, dass Ärzte das nicht lieben, wenn ich das sage. Aber ich glaube, dass Nachsorge extrem gefährlich ist.
Und ich sage immer: „Wie lange wollen Sie eigentlich Nachsorge machen? Drei Monate, drei Jahre, dreißig Jahre?“ Fragen Sie die Leute, dann wird Ihnen überhaupt bewusst, wie lange wollen sie sich denn noch sorgen? Dann kann ich doch auch heute schon aufhören! Dreißig Jahre wollen sie sich eigentlich nicht sorgen. Die meisten wollen Nachsorge ein, zwei Jahre machen oder diese ominöse Fünf-Jahres-Grenze, die da statistisch gesehen erfunden wurde. Weil Leute glauben einfach, dass ein Blutbild oder ein Arzt mehr aussagt und dann passiert häufig folgendes: wenn z.B. Tumore da sind, die gerade abgebaut werden, gehen die Tumormarker hoch. Jetzt macht der Arzt einen Tumormarkertest und wird sagen: „Sie haben neuen Krebs, der Tumormarker ist hoch“ und die Person stirbt an dieser Diagnose.
Ich habe viele Fälle angeschaut und den Verlauf des Tumormarkers verfolgt und jeder Arzt weiß das eigentlich. Wenn Sie den Tumormarkerverlauf von Menschen anschauen, die überlebt haben, zeigt sich fast immer erst ein Anstieg des Tumormarkers und dann ein Abfall. Und ich verstehe nicht, dass Tumormarker, die dann hochgehen als negativ bewertet werden.
Was zeigt ein Tumormarker an? Den Zerfall einer Tumorzelle! Die Schulmedizin steht allerdings auf dem Standpunkt: ein höherer Tumormarker bedeutet der Tumor ist gewachsen und dadurch ist der Tumormarker hochgegangen. Aber wenn ein Tumor kleiner wird, geht der Tumormarker doch auch hoch. Dr. Löffelmann in München hat auf seiner Internet-Seite zahlreiche Fälle veröffentlicht von seinen Krebspatienten und er hat in all diesen Fällen den Tumormarkerverlauf aufgezeigt. Es gibt keinen einzigen Tumorverlauf bei all seinen Krebspatienten, bei dem der Tumormarker nicht auf seine Tumortherapie hin hochgeschossen ist.

Wie sind die Reaktionen auf Ihre neue Sichtweise der Krebserkrankung?

Sagen sie doch mal einem Menschen, dass sein Tumor von der Psyche ausgelöst wird. Die halten Sie ja für verrückt, denn dass Krebs ein psychologisches Problem ist, passt einfach noch nicht in unsere Welt. Und deshalb ist der Umweg über die Physis manchmal notwendig und gut. Ich glaube auch, dass viele Leute, die ihre Ernährung umstellen, diesen psychischen Prozess machen, der die Heilung hervorruft. Es ist wirklich nicht der Leinsamen, der das heilt, aber seine Ernährung umzustellen heißt, sein Leben umzustellen. Weil Ernährung ist ein riesengroßer Teil unseres Lebens. Und niemand kann seine Ernährung umstellen, ohne dass er sein Leben umstellt.
Spätestens wenn der Ehemann sagt: „Was ist das hier, ich will mein Schnitzel wieder!“ muss die Frau sich in dem Moment mit ihrem Ehemann auseinandersetzen und dann kommt sie nämlich zu dem eigentlichen Problem, das sie krank macht, nämlich ihre Ehe. Aber der Auslöser, etwas zu ändern war der Leinsamen.
Kein Krebskranker kann überleben, wenn er sich nicht ändert, denn der Weg, den er bisher gegangen ist, hat ihn doch zu dem Tumor geführt. Und wenn manche Ärzte rausschneiden und sagen: „Jetzt können sie so weiterleben wie vorher“, dann kann das nicht funktionieren, denn ein Krebspatient muss sich ändern, man kann einem Krebspatienten nicht sagen, er muss sich nicht ändern - es stimmt einfach nicht. Das hat nichts mit einer Bewertung seines Leben im religiösen oder philosophischen Sinn zu tun, sondern es ist einfach eine Tatsache: so wie er bisher gelebt hat, hat er einen Krebs gekriegt. Solange die Leute glauben, sie können ihn rausschneiden, so lange haben wir jedes Jahr eine Steigerung der Mortalitätsrate. Die nächsten Jahre wird sich da auch nichts ändern. Aber wir tragen ja unseren Teil zur Revolution bei.

 

Lothar Hirneise hat als gelernter Krankenpfleger 11 Jahre im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Winnenden gearbeitet. Nach einer 4-jährigen Psychoanalyse Ausbildung war er in einer psychoanalytischen Modellklinik mit dem Schwerpunkt Essstörungen tätig. Nach weiteren Jahren der Selbständigkeit begann er sich - motiviert durch die Erkrankung eines Freundes- intensiv mit Krebs, mit schulmedizinischen ebenso wie mit alternativen Therapien auseinanderzusetzen. Ende der neunziger Jahre gründete er die Organisation "Menschen gegen Krebs e.V.", die sich am us-amerikanischen Vorbild "people against cancer" orientiert. Lothar Hirneise gilt als eine der wenigen international anerkannten Kapazitäten auf diesem Gebiet. In seinem Buch "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe" legt er eine "Enzyklopädie der unkonventionellen Krebstherapien" vor und fasst die Ergebnisse seiner jahrelangen, weltweiten Forschungsarbeit zusammen.